Das Orakel von Delphi

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Versucht man sich in der heutigen Zeit ein Bild über Medien zu machen, verliert man sich schnell in vielen unterschiedlichen Begrifflichkeiten oder Erklärversuchen. Es ist die Rede von einer Verbindung zu übernatürlichen Wesen oder sogar zu Toten, von Okkultismus, Glaubenssystemen oder Voodoo, Esoterik und New Age. Und wo ordnen sich die Medien wirklich ein: in der Religion, im Schamanismus oder handelt es sich hier schlicht und einfach um Scharlatanerie?

Schon im antiken Griechenland gab es eine bedeutende Weissagungsstätte - Das Orakel von Delphi. Es galt als Mittelpunkt der Erde und war eine der wichtigsten Orakelstätten der hellenischen Welt, wo über Jahrhunderte hinweg hellseherische Voraussagen getroffen wurden. In vorchristlicher Zeit, insbesondere in der Antike, galten Orakel als die dominante Form der Vorausschau. Herrscher und Könige wandten sich an das Orakel, um Rat für Strategien und Entscheidungen einzuholen. Das Orakel von Delphi bestand bis in die Spätantike (ca. 400 n. Chr.) und ist weltweit bekannt.

Als eine Praxis von Vorhersagen hatten Orakel schon damals einen sehr hohen Stellenwert und große gesellschaftliche Akzeptanz. Zu unterschiedlichen Zwecken gab es in vielen Kulturen Orakel und Propheten, die Botschaften und Weissagungen ins Hier und Jetzt brachten. Orakel waren oft nötig, um Leben oder Tod eines Stammes zu sichern. Aber sie waren nicht nur zum Überleben immens wichtig, sondern auch für viele andere Dinge - beliebte Anliegen waren Heilung und Herstellung von Medizin, die Bewältigung von Alltagsthemen oder die Lösung von Problemen, zur Wiederherstellung von Harmonie bei Konflikten. Herrscher benutzten Orakel und Propheten als vertraute Ratgeber und verlässliche Quelle, um ein tiefes Verständnis für Zusammenhänge und Wirkungsweisen zu erhalten. Dies war immens wichtig für die Ausrichtung und Entwicklung der Kulturen. Orakel gehören zu einer der ältesten spirituellen Traditionen der Menschheit.

Die heutige Form des Orakels ist das Medium. So ist es im tibetischen Buddhismus seit Jahrhunderten bis heute gängige Praxis, dass sowohl die Regierung, also auch die Dalai Lamas von einem Mönchsmedium beraten werden. In Brasilien sind die Fähigkeiten von Medien sogar vom Staat anerkannt, werden von ihm genutzt und ihre Botschaften sind vor Gericht als Beweismittel zugelassen. Spiritistische Sitzungen (Séancen) sind in Großbritannien an der Tagesordnung und in der Gesellschaft sehr beliebt. Medien haben dort eine eigene Gewerkschaft und arbeiten mit Schulmedizinern offiziell zusammen. In der Schweiz erfreuen sich Medien heutzutage ebenso großer Beliebtheit und auch hier gibt es eine Kooperation mit der Psychiatrie.

Das Orakel von Delphi bestand aus Priestern und Priesterinnen, die sicherlich eine umfangreiche Ausbildung genossen. Die tibetischen Mönchsmedien werden gewiss nicht nach einem Zufallsprinzip ausgewählt, sondern haben sich einer grundlegenden Schulung ihrer Fähigkeiten unterzogen, um diese dann zum Gemeinwohl einzusetzen. Daher ist auch heutzutage eine gründliche Ausbildung als Medium nötig. Durch Information, Praxis, Austausch, Struktur und das Gewinnen an Sicherheit ist eine persönliche mediale Entwicklung möglich, um das eigene volle Potential zu erreichen.

Im Allgemeinen haben aber Ansehen und Stellung der Medien in unserer heutigen Gesellschaft seither leider viel eingebüßt. In Deutschland, und offenbar nicht nur hier, werden Medien eher als Mysterium angesehen, denn als Hilfestellung für Heilung und persönliche Themen. Das Orakel von Delphi ist Geschichte, aber die medialen Fähigkeiten leben weiter in uns fort und können uns als Quelle für Erkenntnis, Wissen, Entwicklung oder Heilung dienen.

 

Welch eine Bereicherung wäre es also für unsere Gesellschaft, wenn die Medien wieder zu ihrer vollen Entfaltung kommen, um hochfrequente Energien mit uns zu teilen? So kann der einst angesehene Status sich neu etablieren und gerade in der jetzigen Zeit zu Harmonie und Optimismus beitragen.